Cannabis anbauen als Anfaenger: Dein umfassender Leitfaden fuer 2024
Seit dem Inkrafttreten des Cannabisgesetzes (CanG) im April 2024 duerfen Erwachsene in Deutschland bis zu drei Cannabispflanzen fuer den Eigenkonsum anbauen. Fuer viele ist das eine voellig neue Welt — und genau deshalb haben wir diesen ausfuehrlichen Guide zusammengestellt. Ob du einen gruenen Daumen hast oder zum ersten Mal eine Pflanze ziehst: Hier erfaehrst du alles, was du ueber den Cannabis-Anbau als Anfaenger wissen musst.
In diesem Artikel decken wir jeden Schritt ab — von der Auswahl der richtigen Samen ueber das benoetigte Equipment bis hin zur Ernte und Trocknung. Ausserdem gehen wir auf die aktuelle Rechtslage ein und zeigen dir, welche Fehler du unbedingt vermeiden solltest.
Die rechtliche Lage in Deutschland: Was erlaubt das Cannabisgesetz (CanG)?
Bevor du mit dem Anbau beginnst, solltest du die gesetzlichen Rahmenbedingungen genau kennen. Das Cannabisgesetz, das am 1. April 2024 in Kraft getreten ist, regelt den privaten Anbau folgendermassen:
- Maximal 3 Pflanzen pro Person — nicht pro Haushalt, sondern pro volljaehriger Person
- Nur fuer den Eigenbedarf — jeglicher Verkauf oder die Weitergabe an Dritte bleibt verboten
- Besitzlimit: Du darfst maximal 50 Gramm getrocknetes Cannabis zu Hause aufbewahren und 25 Gramm in der Oeffentlichkeit mitfuehren
- Schutz vor Kindern: Pflanzen muessen vor dem Zugriff von Kindern und Jugendlichen geschuetzt werden
- Kein Anbau in der Oeffentlichkeit: Der Anbau muss im privaten Raum erfolgen
Wichtig: Die genauen Regelungen koennen sich je nach Bundesland in der Umsetzung unterscheiden. Informiere dich immer ueber die aktuellste Gesetzeslage in deiner Region, bevor du mit dem Anbau beginnst.
Samen-Auswahl: Indica, Sativa oder Autoflower?
Die Wahl der richtigen Samen ist einer der wichtigsten Schritte fuer einen erfolgreichen Anbau. Grundsaetzlich unterscheidet man drei Hauptkategorien:
Indica-Sorten
Indica-Pflanzen stammen urspruenglich aus Gebirgsregionen und sind kompakt im Wuchs. Sie werden typischerweise 60 bis 120 cm hoch und eignen sich daher hervorragend fuer den Indoor-Anbau mit begrenztem Platz. Indica-Sorten haben eine kuerzere Bluetephase von etwa 7 bis 9 Wochen und sind generell robuster gegenueber Temperaturschwankungen.
Empfehlung fuer Anfaenger: Indica-Sorten sind oft die bessere Wahl, da sie verzeihen mehr Fehler und sind pflegeleichter als Sativa-Sorten.
Sativa-Sorten
Sativa-Pflanzen koennen deutlich groesser werden — teilweise ueber 200 cm — und benoetigen mehr vertikalen Raum. Ihre Bluetephase ist laenger (10 bis 14 Wochen), was den gesamten Anbauzyklus verlaengert. Sativa-Sorten bevorzugen waermere, tropische Bedingungen.
Fuer Anfaenger: Reine Sativa-Sorten koennen anspruchsvoller sein. Wenn du Sativa-Eigenschaften bevorzugst, greife lieber zu Hybriden mit Sativa-Dominanz.
Autoflower-Sorten (Automatisch bluehend)
Autoflower-Sorten sind die Geheimwaffe fuer Einsteiger. Im Gegensatz zu photoperiodischen Sorten beginnen sie unabhaengig vom Lichtzyklus automatisch zu bluehen — in der Regel nach 3 bis 4 Wochen vegetativen Wachstums. Der gesamte Zyklus von Keimung bis Ernte dauert oft nur 8 bis 12 Wochen.
- Vorteile: Schnelle Ernte, kompakter Wuchs, kein Lichtzyklus-Wechsel noetig, robust und anfaengerfreundlich
- Nachteile: Meist geringerer Ertrag als photoperiodische Sorten, keine Moeglichkeit zur Wachstumskontrolle ueber Belichtung
Unsere Empfehlung fuer Anfaenger: Starte mit einer Autoflower-Sorte in Indica-Dominanz. Du wirst schneller Ergebnisse sehen und der gesamte Prozess ist deutlich einfacher zu handhaben.
Indoor vs. Outdoor: Welche Anbaumethode passt zu dir?
Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile. Als Anfaenger solltest du sorgfaeltig abwaegen, welche Option fuer deine Situation am besten geeignet ist.
Indoor-Anbau
Beim Indoor-Anbau hast du die volle Kontrolle ueber alle Umgebungsvariablen — Licht, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Bewaesserung. Das macht den Prozess planbarer, erfordert aber auch eine hoehere Anfangsinvestition.
- Vorteile: Ganzjaehrig moeglich, vollstaendige Umgebungskontrolle, diskret, kein Einfluss von Schaedlingen und Wetter
- Nachteile: Hoehere Kosten (Lampen, Lueftung, Strom), begrenzter Platz, technisches Know-how erforderlich
Outdoor-Anbau
Outdoor-Anbau nutzt natuerliches Sonnenlicht und ist deutlich kostenguenstiger. Allerdings bist du vom Wetter abhaengig und die Anbausaison ist in Deutschland auf die Monate Mai bis Oktober begrenzt.
- Vorteile: Geringere Kosten, natuerliches Sonnenlicht, groessere Pflanzen moeglich
- Nachteile: Wetterabhaengig, Schaedlinge, nur saisonal, weniger Kontrolle, weniger diskret
Fuer Anfaenger empfehlen wir den Indoor-Anbau, da du die Bedingungen besser kontrollieren kannst. Wenn das Budget knapp ist, kann auch ein sonniger Balkon oder Garten funktionieren — allerdings mit groesserem Risiko.
Das benoetigte Equipment fuer den Indoor-Anbau
Bevor du loslegst, brauchst du die richtige Ausruestung. Hier ist eine umfassende Checkliste fuer den Indoor-Anbau:
Growbox (Growzelt)
Eine Growbox ist ein lichtdichtes Zelt mit reflektierender Innenbeschichtung. Fuer 1 bis 3 Pflanzen reicht ein Zelt mit den Massen 60x60x160 cm oder 80x80x180 cm voellig aus. Achte auf eine gute Verarbeitung der Reissverschluesse und ausreichend Oeffnungen fuer Kabel und Lueftung.
Budget: 50 bis 150 Euro je nach Groesse und Qualitaet.
Beleuchtung
Licht ist der wichtigste Faktor fuer den Pflanzenwuchs. Fuer Anfaenger empfehlen wir LED-Lampen, da sie energieeffizient sind und weniger Hitze erzeugen als herkoemmliche Natriumdampflampen (NDL).
- LED-Panels: 100 bis 200 Watt fuer ein kleines Zelt (60x60 cm). Achte auf ein Vollspektrum-Licht.
- Lichtzyklus Wachstumsphase: 18 Stunden Licht / 6 Stunden Dunkelheit (18/6)
- Lichtzyklus Bluetephase: 12 Stunden Licht / 12 Stunden Dunkelheit (12/12) — bei Autoflowern kannst du auch durchgehend 18/6 oder 20/4 fahren
Budget: 80 bis 250 Euro fuer eine qualitativ hochwertige LED.
Belueftung und Abluft
Eine gute Luftzirkulation ist entscheidend, um Schimmelbildung zu verhindern und frische Luft bereitzustellen. Du brauchst:
- Abluftventilator: Mit Aktivkohlefilter zur Geruchsneutralisation (absolut empfehlenswert!)
- Umluftventilator: Ein kleiner Clip-Ventilator, der die Luft im Zelt zirkulieren laesst
- Zuluft: Passive Oeffnungen in der Growbox genuegen in den meisten Faellen
Budget: 60 bis 120 Euro fuer Abluft-Set mit Kohlefilter.
Toepfe und Substrat
Fuer Anfaenger empfehlen wir Stofftoepfe (Fabric Pots) in der Groesse 7 bis 15 Liter. Sie foerdern die Luftzufuhr zu den Wurzeln und verhindern Staunaesse.
Als Substrat eignet sich vorgeduengte Blumenerde (z.B. Biobizz Light Mix oder Plagron Light Mix) hervorragend. Diese Erden enthalten bereits ausreichend Naehrstoffe fuer die ersten 2 bis 3 Wochen.
Budget: 15 bis 30 Euro fuer Toepfe und Erde.
Zusaetzliches Equipment
- pH-Messgeraet: Essentiell! Der pH-Wert des Giesswassers sollte zwischen 6,0 und 6,8 liegen (15 bis 30 Euro)
- Thermometer und Hygrometer: Zur Ueberwachung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit (10 bis 20 Euro)
- Timer: Fuer die automatische Lichtsteuerung (5 bis 10 Euro)
- Duenger: Spezieller Cannabis-Duenger fuer Wachstums- und Bluetephase (20 bis 40 Euro)
- Sprueher: Fuer die Blattpflege in der fruehen Wachstumsphase (5 Euro)
Gesamtbudget Indoor-Setup (Einstieg): Rechne mit etwa 250 bis 500 Euro fuer ein komplettes Einsteiger-Setup fuer 1 bis 3 Pflanzen.
Schritt 1: Die Keimung der Samen
Die Keimung ist der allererste Schritt und entscheidend fuer einen erfolgreichen Start. Es gibt mehrere Methoden, aber die einfachste und zuverlaessigste fuer Anfaenger ist die Kuechenpapier-Methode:
Kuechenpapier-Methode (empfohlen)
- Lege zwei Lagen feuchtes (nicht nasses!) Kuechenpapier auf einen Teller
- Platziere die Samen mit etwa 2 cm Abstand voneinander auf dem Kuechenpapier
- Lege zwei weitere feuchte Lagen Kuechenpapier darueber
- Decke alles mit einem zweiten Teller ab (um Dunkelheit zu schaffen)
- Stelle die Teller an einen warmen Ort (20 bis 25 Grad Celsius)
- Kontrolliere taeglich, ob das Papier noch feucht ist
- Nach 1 bis 5 Tagen sollte eine weisse Pfahlwurzel (Taproot) sichtbar werden
Einpflanzen der gekeimten Samen
Sobald die Pfahlwurzel 1 bis 2 cm lang ist, pflanze den Samen vorsichtig in einen kleinen Topf (0,5 bis 1 Liter) mit feuchter Anzuchterde. Setze den Samen etwa 1 cm tief mit der Wurzel nach unten ein und bedecke ihn leicht mit Erde. Halte die Erde gleichmaessig feucht, aber nicht durchnaesst.
Innerhalb von 2 bis 5 Tagen sollte der Saemling die Erdoberflaeche durchbrechen. Stelle ihn nun unter dein Licht — anfangs in groesserem Abstand (40 bis 60 cm), um Verbrennungen zu vermeiden.
Schritt 2: Die Wachstumsphase (Vegetationsphase)
Die Vegetationsphase beginnt, sobald dein Saemling seine ersten richtigen Blaetter (nicht die Keimblaetter) entwickelt. In dieser Phase legt die Pflanze an Groesse zu und bildet Aeste und Blaetter aus.
Optimale Bedingungen
- Lichtzyklus: 18 Stunden Licht / 6 Stunden Dunkelheit
- Temperatur: 22 bis 28 Grad Celsius (bei Licht), 18 bis 22 Grad (bei Dunkelheit)
- Luftfeuchtigkeit: 50 bis 70 Prozent — hoeher fuer junge Pflanzen, niedriger fuer aeltere
- Bewaesserung: Giesse erst, wenn die oberen 2 bis 3 cm der Erde trocken sind. Lieber einmal gruendlich giessen als taeglich ein wenig
Duengung in der Wachstumsphase
Nach den ersten 2 bis 3 Wochen (wenn die vorgeduengte Erde erschoepft ist) beginne mit einem leichten Wachstumsduenger. Cannabis benoetigt in dieser Phase vor allem Stickstoff (N). Starte mit der halben empfohlenen Dosis und steigere langsam. Ueberduengung ist einer der haeufigsten Anfaengerfehler!
Umtopfen
Sobald die Pflanze aus ihrem kleinen Anzuchttopf herauswaechst (erkennbar an Wurzeln, die aus den Drainageloeehern wachsen), ist es Zeit zum Umtopfen in den endgueltigen Topf (7 bis 15 Liter). Autoflower-Sorten solltest du idealerweise direkt in den endgueltigen Topf pflanzen, da sie empfindlich auf Umtopfstress reagieren.
Wie lange dauert die Wachstumsphase?
- Autoflower: 3 bis 4 Wochen (wechselt automatisch in die Bluete)
- Photoperiodische Sorten: 4 bis 8 Wochen (du bestimmst den Wechsel durch Aenderung des Lichtzyklus)
Schritt 3: Die Bluetephase
Die Bluetephase ist die aufregendste Zeit des Anbaus — hier entwickeln sich die Blueten, auf die du gewartet hast!
Einleitung der Bluete
Bei photoperiodischen Sorten leitest du die Bluete ein, indem du den Lichtzyklus auf 12/12 umstellst. Bei Autoflowern geschieht dies automatisch. Du erkennst den Beginn der Bluete an kleinen weissen Haerchen (Pistillen) an den Nodien (Blattachseln).
Optimale Bedingungen
- Lichtzyklus: 12/12 (photoperiodisch) oder weiterhin 18/6 bis 20/4 (Autoflower)
- Temperatur: 20 bis 26 Grad Celsius
- Luftfeuchtigkeit: 40 bis 50 Prozent — niedrigere Werte sind wichtig, um Schimmel an den dichten Blueten zu verhindern
Duengung in der Bluetephase
Wechsle auf einen Bluetenduenger mit erhoehtem Phosphor- und Kaliumgehalt (P und K). Reduziere gleichzeitig die Stickstoffzufuhr. Viele Hersteller bieten spezielle Blueten-Booster an — nutze diese sparsam und immer nach Anleitung.
Terpenentwicklung waehrend der Bluete
Waehrend der Bluetephase entwickeln sich die Terpene, die fuer das Aroma und den Geschmack deiner Pflanzen verantwortlich sind. Terpene wie Myrcen, Limonen und Linalool entstehen in den Trichomen — den harzigen Druesen auf den Blueten. Die richtige Temperatur und Beleuchtung spielen eine grosse Rolle bei der Terpenproduktion. Niedrigere Temperaturen gegen Ende der Bluete koennen das Terpenprofil verbessern. Mehr ueber die verschiedenen Terpene und ihre Eigenschaften erfaehrst du in unserem umfassenden Terpene Chart.
Dauer der Bluetephase
- Indica-dominante Sorten: 7 bis 9 Wochen
- Sativa-dominante Sorten: 10 bis 14 Wochen
- Autoflower: 5 bis 7 Wochen nach Beginn der Bluete
Schritt 4: Ernte — Der richtige Zeitpunkt
Den perfekten Erntezeitpunkt zu bestimmen, ist eine der wichtigsten Faehigkeiten, die du als Grower entwickeln wirst. Eine zu fruehe Ernte bedeutet weniger Potenz und Ertrag, eine zu spaete Ernte kann die Qualitaet beeintraechtigen.
Anzeichen fuer die Erntereife
- Trichome: Betrachte die Trichome mit einer Lupe oder einem Taschenmikroskop (30- bis 60-fache Vergroesserung). Wenn die Mehrheit der Trichome milchig-weiss ist und einige bernsteinfarben werden, ist der ideale Zeitpunkt gekommen
- Pistillen: Etwa 70 bis 80 Prozent der weissen Haerchen sollten sich braun oder orange verfaerbt und gekruemmt haben
- Blaetter: Die grossen Faecherblaetter beginnen sich gelb zu verfaerben — ein natuerlicher Alterungsprozess
Spuelen vor der Ernte (Flushing)
Etwa 1 bis 2 Wochen vor der geplanten Ernte empfehlen viele Grower, die Pflanzen nur noch mit reinem Wasser ohne Duenger zu giessen. Dieser Vorgang wird als „Flushing“ bezeichnet und soll dafuer sorgen, dass die Pflanze ueberschuessige Naehrstoffe abbaut, was angeblich den Geschmack verbessert.
Der Erntevorgang
- Schneide die gesamte Pflanze am Hauptstamm ab oder ernte Ast fuer Ast
- Entferne die grossen Faecherblaetter (diese enthalten kaum Wirkstoffe)
- Trimme die kleinen Zuckerblaetter um die Blueten herum — du kannst dies nass (direkt nach der Ernte) oder trocken (nach dem Trocknen) tun
Schritt 5: Trocknung und Aushaeartung (Curing)
Die Trocknung und Aushaertung sind genauso wichtig wie der Anbau selbst. Ein unsachgemaesser Trocknungsprozess kann die gesamte Ernte ruinieren.
Trocknung
- Methode: Haenge die geschnittenen Aeste kopfueber an einer Waescheleine oder einem Trockengestell auf
- Bedingungen: 18 bis 22 Grad Celsius, 55 bis 65 Prozent Luftfeuchtigkeit
- Dunkelheit: Trockne in einem dunklen Raum — Licht baut Wirkstoffe ab
- Luftzirkulation: Leichte Luftbewegung im Raum, aber keinen Ventilator direkt auf die Blueten richten
- Dauer: 7 bis 14 Tage. Die Blueten sind fertig, wenn sich die duennen Aeste beim Biegen mit einem Knacken brechen lassen (nicht biegen)
Aushaertung (Curing)
Nach dem Trocknen kommt das Curing — ein Prozess, der den Geschmack, das Aroma und die Qualitaet deutlich verbessert:
- Lege die getrockneten Blueten locker in luftdichte Glasgefaesse (Mason Jars, Einmachglaeser)
- Fuelle die Glaeser nur zu etwa 75 Prozent — die Blueten brauchen etwas Platz
- Oeffne die Glaeser in den ersten 1 bis 2 Wochen taeglich fuer 10 bis 15 Minuten („Burping“), um frische Luft hereinzulassen und Feuchtigkeit abzufuehren
- Lagere die Glaeser an einem kuehlen, dunklen Ort
- Minimale Curing-Dauer: 2 Wochen. Optimal: 4 bis 8 Wochen. Manche Sorten profitieren von noch laengerem Curing
Waehrend des Curings bauen sich Chlorophyll und unerwuenschte Stoffe ab, waehrend sich die Terpene weiterentwickeln. Das Ergebnis ist ein deutlich glatterer, aromatischerer Geschmack.
Die 10 haeufigsten Anfaengerfehler beim Cannabis-Anbau
Fast jeder Anfaenger macht einige dieser Fehler. Wenn du sie kennst, kannst du sie vermeiden:
1. Ueberwaesserung
Der Fehler Nummer eins! Cannabis-Pflanzen moegen es nicht, wenn ihre Wurzeln staendig im Wasser stehen. Giesse erst, wenn die oberen 2 bis 3 cm der Erde trocken sind. Hebe den Topf an — wenn er leicht ist, darfst du giessen.
2. Ueberduengung
Weniger ist mehr! Starte immer mit der halben empfohlenen Dosis und steigere langsam. Verbrannte Blattspitzen sind ein klares Zeichen fuer Ueberduengung.
3. Falscher pH-Wert
Wenn der pH-Wert des Giesswassers nicht stimmt (optimal: 6,0 bis 6,8 in Erde), kann die Pflanze Naehrstoffe nicht aufnehmen — egal wie viel du duengst. Investiere in ein pH-Messgeraet!
4. Zu viel oder zu wenig Licht
Zu nahes Licht fuehrt zu Lichtverbrennungen (gelbe, verbrannte Blaetter). Zu weit entfernt und die Pflanze „streckt“ sich und wird instabil. Halte dich an die Herstellerangaben deiner Lampe.
5. Mangelnde Luftzirkulation
Ohne ausreichende Belueftung drohen Schimmel und Schaedlinge. Ein Aktivkohlefilter ist keine Option, sondern Pflicht — besonders fuer die Geruchskontrolle.
6. Ungeduld
Cannabis braucht seine Zeit. Ernte nicht zu frueh! Warte auf die richtigen Anzeichen an Trichomen und Pistillen.
7. Fehlende Dunkelphase respektieren
Waehrend der Dunkelphase darf kein Licht ins Zelt fallen. Selbst kurze Lichtunterbrechungen koennen bei photoperiodischen Sorten Stress und Zwitterbildung ausloesen.
8. Schlechte Genetik
Spare nicht an den Samen. Guenstige Samen von unbekannten Quellen fuehren oft zu enttaeuschenden Ergebnissen. Kaufe bei renommierten Samenbanken.
9. Zu viel Eingriff
Lass deine Pflanze auch mal in Ruhe! Staendiges Anfassen, Umstellen und Biegversuche ohne Erfahrung koennen mehr schaden als nuetzen.
10. Vernachlaessigung der Trocknung
Viele Anfaenger investieren Monate in den Anbau und trocknen dann zu schnell oder unter schlechten Bedingungen. Nimm dir die Zeit fuer eine ordentliche Trocknung und Aushaertung.
Tipps fuer deine erste erfolgreiche Ernte
Zum Abschluss hier unsere besten Tipps, damit dein erster Grow ein voller Erfolg wird:
- Fuehre ein Grow-Tagebuch: Notiere taeglich Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Giessmenge und Beobachtungen. So lernst du am schnellsten und kannst Fehler zurueckverfolgen.
- Starte einfach: Beginne mit einer Autoflower-Sorte und vorgeduengter Erde. Komplexere Methoden wie Hydroponik oder Training-Techniken kannst du spaeter ausprobieren.
- Investiere in gutes Licht: Die Lampe ist der wichtigste Faktor fuer deinen Ertrag. Eine hochwertige LED zahlt sich immer aus.
- Halte alles sauber: Hygiene im Growraum verhindert Schaedlinge und Krankheiten. Wasche dir die Haende, bevor du die Pflanzen anfasst.
- Verbinde dich mit der Community: Online-Foren und Cannabis-Anbau-Communities sind wertvolle Ressourcen fuer Anfaenger. Zoeere nicht, Fragen zu stellen.
- Habe Geduld: Dein erster Grow wird nicht perfekt sein — und das ist voellig in Ordnung. Jeder Grow ist eine Lernmoeglichkeit.
- Achte auf die Geruchskontrolle: Selbst wenn der Anbau legal ist, moechtest du vermutlich nicht, dass deine gesamte Wohnung nach Cannabis riecht. Ein guter Aktivkohlefilter ist unverzichtbar.
- Bereite dich auf die Ernte vor: Stelle sicher, dass du vor der Ernte alles bereit hast — Scheren, Trockengestell, Glasgefaesse fuer das Curing. Nichts ist aergerlicher, als unvorbereitet ernten zu muessen.
Zusammenfassung: Dein Weg zum erfolgreichen Eigenanbau
Cannabis anzubauen ist dank des neuen Cannabisgesetzes in Deutschland endlich legal moeglich — zumindest im begrenzten Rahmen von drei Pflanzen fuer den Eigenbedarf. Als Anfaenger brauchst du keine Angst vor dem Prozess zu haben. Mit dem richtigen Equipment, guten Samen und etwas Geduld ist ein erfolgreicher erster Grow absolut machbar.
Erinnere dich an die wichtigsten Grundregeln: Nicht ueberwaessern, den pH-Wert kontrollieren, fuer gute Belueftung sorgen und — ganz wichtig — Geduld mitbringen. Cannabis ist eine bemerkenswert robuste Pflanze, die dir viele kleine Fehler verzeiht, solange die Grundbedingungen stimmen.
Starte klein, lerne aus jedem Grow und arbeite dich Schritt fuer Schritt vor. Schon bald wirst du die Fruechte deiner Arbeit geniessen koennen — im wahrsten Sinne des Wortes.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Artikel dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Die hier beschriebenen Informationen basieren auf dem Cannabisgesetz (CanG), das am 1. April 2024 in Deutschland in Kraft getreten ist. Die gesetzlichen Regelungen koennen sich aendern und je nach Bundesland in der Umsetzung variieren. Bitte informiere dich immer ueber die aktuell gueltige Gesetzeslage in deiner Region. Der Anbau von Cannabis ist nur unter den gesetzlich festgelegten Bedingungen erlaubt (maximal 3 Pflanzen pro volljaehriger Person, nur fuer den Eigenbedarf). Der Verkauf und die Weitergabe bleiben strafbar. The Green Treasure uebernimmt keine Haftung fuer Handlungen, die auf Grundlage dieses Artikels vorgenommen werden. Dieser Artikel enthaelt keine medizinischen Empfehlungen — bei gesundheitlichen Fragen wende dich bitte an einen Arzt.
Häufig gestellte Fragen

Geschrieben von
Die Green Treasure Redaktion
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