Ein gutes Cannabutter-Rezept ist das Fundament fast aller Cannabis-Edibles. Ob Brownies, Cookies, Space Cake oder herzhafte Gerichte — mit selbstgemachter Cannabutter kannst du jedes Rezept einfach umwandeln. Diese Anleitung zeigt dir zwei bewährte Methoden: klassisch auf dem Herd und zeitsparend im Slow Cooker.
Wichtiger Hinweis: Cannabis-Anbau und -Konsum ist in Deutschland seit April 2024 für Erwachsene legal (bis zu 3 Pflanzen persönlich, Social Clubs für Mitglieder). Stelle sicher, dass du die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen in deiner Region kennst.
Was du brauchst: Zutaten und Equipment
Zutaten (für ca. 225g Cannabutter)
- 250g ungesalzene Butter (Qualitätsbutter mit hohem Fettgehalt)
- 7–10g decarboxylierte Cannabis-Blüten (oder 14–20g gutes Trim)
- 240ml Wasser (verhindert Anbrennen und verbessert die Qualität)
Equipment
- Mittlerer Kochtopf oder Slow Cooker
- Küchenthermometer (wichtig für Temperaturkontrolle)
- Käsetuch oder feines Metallsieb
- Glasschüssel zum Auffangen
- Glasgefäß oder Form zum Kühlen
Schritt 1: Decarboxylierung — Unbedingt notwendig!
Rohe Cannabisblüten enthalten hauptsächlich THCA, nicht das psychoaktiv wirksame THC. Erst durch Hitze (Decarboxylierung) wird THCA in THC umgewandelt. Ohne diesen Schritt haben deine Edibles keine Wirkung.
Decarboxylierung im Backofen:
- Backofen auf 110°C Ober-/Unterhitze vorheizen
- Cannabis grob zerkleinern und gleichmäßig auf ein Backblech mit Backpapier verteilen
- 30–40 Minuten backen, bis das Cannabis hellbraun und trocken aussieht
- Abkühlen lassen — das decarboxylierte Cannabis ist jetzt bereit für die Butterinfusion

Methode 1: Cannabutter auf dem Herd (klassisch)
Die Herdmethode ist die gängigste Zubereitungsart und liefert bei richtiger Technik exzellente Ergebnisse.
- Wasser und Butter aufschmelzen: Wasser und Butter gemeinsam bei niedriger Hitze in einem Topf schmelzen. Das Wasser hilft, die Temperatur stabil unter 100°C zu halten und schützt Cannabinoide vor zu viel Hitze.
- Cannabis hinzufügen: Wenn die Butter geschmolzen ist, das decarboxylierte Cannabis einrühren.
- Temperatur kontrollieren: Die Mischung bei 70–85°C halten — das ist entscheidend! Über 90°C beginnt THC abzubauen. Nutze ein Küchenthermometer und reduziere die Hitze wenn nötig.
- 3–4 Stunden köcheln lassen: Die Mischung bei niedriger Hitze köcheln lassen und dabei gelegentlich umrühren. Die Butter nimmt eine sattes Goldgrün an.
- Abseihen: Mischung durch ein Käsetuch in eine Glasschüssel abseihen. Das Pflanzenmaterial gut ausdrücken, aber nicht zu stark (sonst gelangt Chlorophyll in die Butter und gibt einen bittereren Geschmack).
- Kühlen: Abgekühlte Mischung in den Kühlschrank stellen. Nach ein paar Stunden trennen sich Butter (oben) und Wasser (unten). Die feste Butter abheben, das Wasser wegschütten.
Methode 2: Cannabutter im Slow Cooker (empfohlen)
Der Slow Cooker ist die komfortabelste Methode — einmal eingestellt, kümmerst du dich kaum darum.
- Butter, Wasser und decarboxyliertes Cannabis in den Slow Cooker geben
- Auf "Low" (ca. 70–80°C bei den meisten Geräten) einstellen
- 6–8 Stunden ziehen lassen (über Nacht möglich)
- Wie oben abseihen, in Form gießen und kühlen
Der Slow Cooker hält die Temperatur konstant im optimalen Bereich, wodurch weniger Cannabinoide verloren gehen als bei unachtsamer Herdmethode.

Dosierung berechnen
Die Stärke deiner Cannabutter hängt von der THC-Konzentration deines Ausgangsmaterials und der Extraktionseffizienz ab. Hier die Rechnung:
Formel: (Gramm Cannabis × THC% × 1000) × Extraktionsrate (ca. 0,60–0,70) = mg THC gesamt
Beispiel: 7g Cannabis mit 18% THC × 0,65 = 819mg THC in der gesamten Butter (225g)
Pro Teelöffel (5g Butter): 819 ÷ 45 (Portionen à 5g in 225g) ≈ 18mg THC
Das ist deutlich mehr als die empfohlene Anfangsdosis von 5mg! Plane entsprechend: Nutze nur einen halben Teelöffel pro Portion, oder strecke die Cannabutter mit normaler Butter.
Tipps für die richtige Dosierung
- Beginne niedrig: 2,5–5mg THC pro Portion für Einsteiger
- Warte mindestens 2 Stunden bevor du mehr nimmst — Edibles wirken langsam
- Notiere deine Charge: Schreibe Datum, Cannabis-Menge, THC% und berechnete Stärke auf
- Gleichmäßig mischen: Beim Backen immer gut durchrühren — THC verteilt sich nicht automatisch gleichmäßig
Wie lange ist Cannabutter haltbar?
- Im Kühlschrank: 3–4 Wochen in einem luftdichten Behälter
- Im Gefrierfach: Bis zu 6 Monate (portionsweise einfrieren empfohlen)
- Bei Raumtemperatur: Nicht lagern — wie normale Butter verdirbt sie schnell
Gefrorene Cannabutter behält ihre Wirkung gut. Friere sie in Eiswürfelformen ein (ca. 1 EL pro Würfel) für einfache Portionierung.

Tipps für bessere Cannabutter
Wasser-Wasch-Methode für hellere, bessere Butter
Nach der ersten Kühlung: Feste Butter nochmals schmelzen, mit frischem Wasser mischen, kühlen und erneut abheben. Dieser Schritt reduziert Chlorophyll-Gehalt und ergibt hellere, besser riechende Butter mit weniger Cannabis-Eigengeschmack.
Qualität des Ausgangsmaterials
Besseres Cannabis ergibt bessere Cannabutter. Nutze decarboxylierte Blüten für die stärksten Ergebnisse. Trim und Blätter funktionieren auch, brauchen aber größere Mengen für vergleichbare Wirkung.
Niemals kochen lassen
Sobald die Mischung kocht (100°C), beginnt THC zu verdampfen und degradiert zu CBN. Halte die Temperatur immer unter 90°C. Ein Küchenthermometer ist keine Option, sondern Pflicht.
Cannabutter in Rezepten verwenden
Cannabutter lässt sich in praktisch jedem Rezept einsetzen, das normale Butter verwendet:
- Brownies: 1:1 Austausch — unser Weed Brownies Rezept zeigt, wie es geht
- Cookies: Halb Cannabutter, halb normale Butter für weniger intensive Dosierung
- Toast: Direkt aufs Brot — kontrollierte, einfache Dosierung
- Pasta: Als Finishing-Butter für herzhafte Gerichte
- Popcorn: Geschmolzene Cannabutter über frisch gepopptes Popcorn
Wärme nach dem Kochen: THC ist hitzebeständig bis etwa 180°C. Backtemperaturen bis 175°C (wie bei Brownies) sind unbedenklich. Über 200°C beginnt THC zu degradieren.
Häufig gestellte Fragen

Geschrieben von
Die Green Treasure Redaktion
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